Haupt-Landgestüt Marbach

Haupt- und Landgestüt Marbach

Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist das älteste deutsche Staatsgestüt. Bereits 1492 wurde das Oberfeld bei Marbach als Gestüt genutzt. 1573 erhielt Marbach dann von Herzog Ludwig (1569-1593) die Funktion eines Hof- und Landgestüts.

Der Gestütshof wurde 1602 angelegt und im 30-jährigen Krieg total zerstört. 1674 erfolgte unter Herzog Wilhelm Ludwig der Wiederaufbau als Hauptgestüt mit etwa 60 Mutterstuten.

König Wilhelm I (1816-1864) bestimmte Marbach zum Landgestüt und schloss ihm die Gestütshöfe Offenhausen, St. Johann und Güterstein an. Unter seiner Regentschaft entstand auch der Stutenbrunnen, das Wahrzeichen Marbachs.

 

 
Das Landgestüt

Schon im Mittelalter stellten die württembergischen Landesherren gute Hengste aus ihrem Stall den Pferdezüchtern des Landes zur Verfügung. Die Fürsten erkannten die damals sehr viel größere wirtschaftliche Bedeutung einer gut gehenden Pferdezucht und förderten sie auf diese Weise.

Damit die Landespferdezucht erhalten bleibt, stellen das Land Baden-Württemberg und andere Länder den Pferdezüchtern ihre Deckhengste zur Verfügung.Ende Februar ziehen die Gestütwärter mit je 2-4 Hengsten hinaus auf die Deckstationen, Beschälplatten genannt. Die Züchter bringen ihre Stuten dort hin. Die Beschälplatten sind über das ganze Land Baden-Württemberg verteilt. Ende Juni kehren die Gestütwärter und Hengste auf die Gestütshöfe zurück.

 

Das Hauptgestüt

Als Hauptgestüt besitzt Marbach eigene Stutenherden mit etwa 40 Reitpferdestuten und 20 Vollblutaraberstuten. Die Stuten werden mit ihren Fohlen auf den weitläufigen Koppeln des Gestüts in artgerechten Herden gehalten.

Ende Februar, wenn oft noch Schnee auf der Alb liegt, kommen in Marbach die ersten Fohlen zur Welt. Bis Ende Mai haben dann alle Stuten abgefohlt. Sechs Monate lang tummeln die Fohlen sich mit ihren Müttern zusammen auf den Koppeln, wenn es die Witterung zuläßt. Nach dieser Zeit werden Stuten und Fohlen getrennt. Die Stutfohlen werden zum Fohlenhof bei St. Johann, die Hengstfohlen auf die Aufzuchtstation Hau in Offenhausen verbracht. Zu ihnen stoßen im September und Oktober die im Lande zugekauften Hengst- und Pensionfohlen.

Vor dem Absetzen der Fohlen von ihren Müttern erhalten die in Marbach geborenen Warmblutfohlen den Hauptgestütsbrand auf dem rechten Schenkel: Das M mit der Hirschstange. Die Fohlen der Landeszucht werden am linken Schenkel gebrannt. Gut zwei Jahre verbringen die Fohlen unter fachkundiger Pflege und ständiger Aufsicht auf den Aufzuchtstationen.

Mit zweieinhalb Jahren werden die Junghengste einer eingehenden Musterung unterzogen. Die Auslese ist streng. Nach der Grundausbildung unter dem Reiter müssen die ausgewählten Junghengste eine über 100 Tage dauernde und mit einem Leistungstest abschließende Prüfung ablegen. Dabei wird die Veranlagung der Hengste für alle reiterlichen Disziplinen beurteilt. Diesen Test bestehen nur Hengste mit überdurchschnittlichen Reiteigenschaften. Die Hengste, die die gesetzlich vorgeschriebene Hengstleistungsprüfung mit gutem Ergebnis bestanden haben, werden den Zuchtverbandskommissionen zur Eintragung in die Hengstbücher vorgestellt, um für den Deckeinsatz im entsprechenden Verbandsgebiet zugelassen zu werden.

Auch die Jungstuten werden eingehend gemustert. Die Warmblutstuten werden dann dreijährig, die Vollblutaraberstuten vierjährig angeritten und zum ersten Mal gedeckt. Nach genügend langer Ausbildungszeit müssen auch die Stuten in einer Prüfung, der Stutenleistungsprüfung, ihre Reiteigenschaften unter Beweis stellen.

Zur Homepage des Haupt- und Landgestüts Marbach

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!